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ZUR AB ART(H)
BÉATRICE STÄHLI

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WIENER BLUT 1998
(MAK ZEITUNG)

Christa Steinle

FederZeichnungen
Feather Art

MAK | Wien 1998

PS | Pferdestärke

Barbarenkunst

Béatrice Stähli
movie

beatricestaehli@bluewin.ch

Béatrice Stähli
Via alle Vattagne 44
CH-6652 Tegna

T + F
+41 91 780 70 49
M
+41 79 708 41 20

FEDERZEICHNUNGEN | Christian Reder

Eine gefundene Feder macht Freude. Nur wenige Objekte können das auf so unmittel-bare Weise. Als Zeichen des Fliegens verweist sie auf Möglichkeiten, auf Leichtigkeit, auf ein Schweben. Sie verbindet mit Vorstellungen davon, wie sich der Raum im Flug verdreht und alle Horizonte, alle Perspektiven den Bezug zu einem fixen Standpunkt verlieren. Die Feder ist Symbol für die Negation alles Schweren, aller Behinderungen, für müheloses Abheben und kontrollierbares Fallen. Dass sie dem Vogel und nicht dem Menschen gehört, hat dieser immer als ungerecht empfunden. Vögel nachzuahmen, ist eines seiner beständigsten Ziele geblieben. Weil Federn ein Fliegen ermöglichen, Schutz vor Hitze, Kälte, Nässe bieten, zugleich Tarnung und Schmuck sind, ein komplexer Kosmos kommunikativerotischer Signale, können sie als „Artefakte“ einer eigenen, anderen Welt gesehen werden. Diese Welt der Adler, Falken, Tauben, der Schwalben und Paradiesvögel, mit ihrem großen Einfluss auf jedes Symbolisieren, hat Muster geprägt, selbst Muster utopisch-mobiler Gesellschaften, die glauben, ihre Regeln längst gefunden zu haben. Aber sogar in der Vogelwelt sehen die mechanisch-reflexhaften Abläufe bloss wie Freiheit aus. Geheimnisse hat sie dennoch viele bewahrt, denn trotz aller Erfolge beim Erforschen und Kopieren ist keineswegs aufgeklärt, wie Vogelschwärme ihre rasend schnellen, oft völlig unmotiviert erscheinenden Flugmanöver koordinieren oder wie die Navigation der Zugvögel funktioniert.

Die grosse Federsammlung, auf die Béatrice Stähli in ihren neuen Arbeiten zurückgreift, stammt aus der Zeit, bevor begonnen wurde, mit Schutzbestimmungen der Dezimierung gefährdeter Arten gewisse Grenzen zu setzten. Sie wertet solche Relikte auf, fast wie Reliquien, und bestärkt sie in der melancholischen Ausstrahlung die sie haben. Was sie auf den ersten Blick repräsentieren, wird jedoch durch die Art der Präsen- tation auf lakonische Weise minimalisiert und verwandelt. Die Exotik des Materials, mit ihrer Verführung zu stereotypen Bildern von Schönheit, von Stolz, von natürlicher Freiheit, die jeder ursprüngliche Federschmuck auslöst, wird durch ihre Transformationen einem gegenwärtigen, differenzierenden Blick ausgesetzt. Bewusst bleibt, dass trotz aller Dekonstruktion romantische Zugänge Bedeutungen prägen. Zugleich wird als Irritations-moment präsent, dass mit den Federn und zugehörigen Assoziationen viel passiert ist, denn mehrere an einem Ort gefundene Federn sind meistens Hinweise auf eine Tragödie, ob in der Natur oder im Lager, wo sie zum Verkauf bereitgestellt werden. Zu etwas Künstlichem erklärt und als Ware gehandelt, verwischen sich die Unterschiede zu Natürlichem. Manchmal entsprechen Farben und die Zeichnung der Federn noch dem Originalzustand, manchmal sind sie im Nachhinein verändert. Was wie etwas Seltenes ausschaut, wird kost- barer, teurer. Matte Grau-Schwarz-Schattierungen gelten als zu alltäglich. Mit solchen Differenzen operiert sie, damit das Material sich seine Geltung selbst schaffen kann. Es ist was es ist. Montiert zu Federflächen, zu Federkörpern, zu beweglichen Objekten, kann es zeigen, wie subtil es Licht reflektiert, selbst wenn es gefärbt worden ist und wie nuanciert seine Eigenschaften an jene Funktionen erinnern, die die Existenz von Federn begründen. Unter Vögeln ist der auffälligere Schmuck manchmal weiblich, manchmal männlich; unter Menschen war der imponierendste Federschmuck für Häuptlinge, für Könige reserviert, die sich damit markant von allen anderen unterscheiden wollten. Die Feder selbst hat eine weibliche Aura behalten.


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